{"id":534,"date":"2020-06-16T12:31:56","date_gmt":"2020-06-16T11:31:56","guid":{"rendered":"https:\/\/denkraumbu.de\/?p=534"},"modified":"2020-06-19T10:35:43","modified_gmt":"2020-06-19T09:35:43","slug":"die-kunst-der-losungslosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/denkraumbu.de\/index.php\/2020\/06\/16\/die-kunst-der-losungslosigkeit\/","title":{"rendered":"Die Kunst der L\u00f6sungslosigkeit"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">ES MUSS EINE L\u00d6SUNG F\u00dcR JEDES PROBLEM GEBEN - WER SAGT DAS.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Wir leben in einer Gesellschaft, in einem kulturellen Dunstkreis, einem sozialen Gef\u00fcge, indem es stetig eine <strong>L\u00d6SUNG <\/strong>f\u00fcr ein <strong>PROBLEM<\/strong> geben muss. Auszuhalten keine L\u00f6sung parat zu haben, gestaltet sich oft als immens schwer. <\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Schon im zwischenmenschlichen Austausch k\u00f6nnen wir uns dabei auf frischer Tat ertappen, wie wir impulsartig versuchen, dem Gegen\u00fcber eine eigens konzipierte, durch eigene Erfahrungswerte gepr\u00e4gte, L\u00f6sung f\u00fcr das <strong>'PROBLEM'<\/strong> anzubieten. Dies geschieht keineswegs mit b\u00f6swilliger Absicht, NEIN - ganz im Gegenteil- wir m\u00f6chten Gutes tun, den*die Gespr\u00e4chspartner*in unterst\u00fctzen, ganz getreu dem Motto - Na - genau, eine L\u00f6sung zu finden.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Wer dem Irrglauben unterliegt, dass dieser impulsartige Zwang der stetigen L\u00f6sungsfindung nur im Austausch zweier Personen wiederzufinden w\u00e4re, der sollte jetzt mal kurz in sich hineinhorchen.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Der innere Dialog ist wohl der verbissenste, sozusagen <em>der<\/em> <em>Wadenbei\u00dfer <\/em>unter den L\u00f6sungsfindern. Festbei\u00dfen und nicht lockerlassen, bis wir eine L\u00f6sung erzeugt haben, ist hier die Devise. Ob diese Verbissenheit wirklich etwas konstruktives hervorbringt, sollte man hinterfragen.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Die allbekannten Phrasenschweine gilt es auch noch kurz zu erw\u00e4hnen, welche uns unentwegt daran erinnern sollen, dass es au\u00dferordentlich wichtig sei eine richtige L\u00f6sung zu finden und zwar <em>'pronto'<\/em>. Jeder weitere Austausch ist Zeitverschwendung &amp; zwecklos.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Fassen wir nochmal die drei Hauptakteure zusammen:<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong><em>Der Konzeptionist<\/em><\/strong> gestaltet w\u00e4hrend des Austauschs aus eigens gelebten Erfahrungen und dem subjektiven Empfinden, die L\u00f6sungsans\u00e4tze, um ein unterst\u00fctzendes Fundament zu bauen.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong><em>Der innere Wadenbei\u00dfer<\/em><\/strong> ist ein hartn\u00e4ckiger, unangenehmer Zeitgenosse. Seine Verbissenheit die eine richtige L\u00f6sung zu finden, f\u00fchrt dazu dass sein Blickfeld immer kleiner wird. Antworten sucht er entweder aus den eigens gelebten Erfahrungen der Vergangenheit oder er versucht die Zukunft vorherzusagen.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong><em>Das Phrasenschwein<\/em><\/strong> k\u00fcmmert sich nicht sonderlich um Erfahrungswerte,Vergangenheit oder Zukunft - es ist der \u00dcberzeugung mit einem Satz alles wichtige gesagt zu haben.<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Diese drei Protagonisten*innen sind ein stete*r Begleiter*innen, wir fragen sie um Rat, aktivieren die Verbissenheit und befinden uns im regen inneren und \u00e4u\u00dferen Austausch. Und vor lauter Suchen, verharren wir in der Situation und nehmen uns die Chance in den Aktionismus zu starten. Je l\u00e4nger wir auf der Suche sind, desto mehr Zweifel und \u00c4ngste kommen auf, desto mehr innerlicher Druck entwickelt sich und das f\u00fchrt schlussendlich immer mehr zum Verlust des Weitblicks der M\u00f6glichkeiten. Wir setzen uns eigene Beschr\u00e4nkungen und bauen neue Grenzen auf, wo wir vorher noch keine erbaut hatten.<\/pre>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;<em>Am meisten Energie vergeudet der Mensch mit der L\u00f6sung von Problemen, die niemals auftreten werden.&#8220; <\/em><\/p><p><em>W. S. Maugham<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Die L\u00f6sungslosigkeit mag sich erst mal wie ein Labyrinth anf\u00fchlen, weil man den Weg noch nicht kennt oder sieht. Dem ist jedoch keineswegs so, es gibt uns eher die M\u00f6glichkeit des <strong>'AUSPROBIERENS'<\/strong> und zwar im <strong>HIER &amp; JETZT<\/strong>. Neue Erfahrungswerte, Erkenntnisse zu sammeln und zu verstehen das Fehler uns genauso einen Schritt voranbringen, wie jeder noch so gro\u00dfe Erfolg. Dass es manchmal erst einen Schritt r\u00fcckw\u00e4rts geht, bevor es wieder vorw\u00e4rts geht - dass wir uns ab und an im Kreis drehen, denn das Leben ist nicht <strong>linear<\/strong> und vorhersehbar sondern eine <strong>Aneinanderreihung von<\/strong> <strong>Punkten<\/strong>. <\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Schenkt euch Mut, Vertrauen und die Leichtigkeit, dass es nicht immer eine sofortige L\u00f6sung f\u00fcr alles geben muss. Schenkt euren Herzensw\u00fcnschen aktives zuh\u00f6ren und Mitgef\u00fchl - <strong>zelebriert die Kunst der L\u00f6sungslosigkeit. <\/strong><\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ES MUSS EINE L\u00d6SUNG F\u00dcR JEDES PROBLEM GEBEN &#8211; WER SAGT DAS. Wir leben in einer Gesellschaft, in einem kulturellen Dunstkreis, einem sozialen Gef\u00fcge, indem es stetig eine L\u00d6SUNG f\u00fcr ein PROBLEM geben muss. Auszuhalten keine L\u00f6sung parat zu haben, gestaltet sich oft als immens schwer. 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